Seite  1   2  Resümee und Prognosen

Wie war die Stimmung nach der WM und wie geht es weiter mit dem Patriotismus in Deutschland?

Nach der WM wurde die Patriotismus-Debatte noch einen Monat lang in der Gesellschaft und in der Presse intensiv diskutiert. Heute - mehr als ein halbes Jahr nach der WM - sind die „patriotischen“ Berichte eine Seltenheit.

Die abschließenden Worte zu diesem Thema kamen von der Frankfurter Buchmesse 2006. Denn da gab es drei Bücher von Journalisten, die die deutsche Befindlichkeit während und nach der WM gemessen haben - “Deutschlandpuzzle” von Klaus Werle (33, “manager magazin”), “Deutschlandvermessung” von Christian Schüle (35, “Die Zeit”) und “Wir Deutschen” von Matthias Matussek (51, Spiegel). Die drei Bücher beantworten die Frage, was typisch deutsch ist, ganz unterschiedlich. Diesbezüglich eröffnete der SPIEGEL-Kulturchef Mathias Matussek auf der Buchmesse die Diskussionsrunde zum Thema “Was hält Deutschland eigentlich zusammen?” und beantwortete die Frage, ob es sinnvoll sei, in Zeiten der Globalisierung noch von Nation zu reden. Seine Erkenntnis: Nation sei “keine Religion, kein Territorium, kein wirtschaftliches Interesse, sondern ein Gefühl”.

Auf die Frage „War’s das jetzt?“ nach dem letzten Anpfiff antwortet die FAZ mit praktischen Ratschlägen für die Orientierung der Deutschen nach der WM. Unter dem Titel „So vertreiben Sie den WM-Kater!“ wird appelliert, patriotisch zu bleiben, indem man die deutsche Fahne noch ein paar Wochen, Monate oder auch Jahre hängen lässt und die deutsche Hymne bei Gelegenheit singt. Das gute deutsche Image soll genossen werden, weil „wir Deutschen gute Gastgeber waren“ - und „so beliebt waren wir in der Welt selten“. Deswegen solle man auch als Gast dasselbe von den anderen Nationen erwarten.

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