Seite 1 2 Wo der Patriotismus entsteht: Die Fahnenfabrik
Gestriegelte Blauhemden mit Deutschland-Pin
Obwohl selbst kein Anhänger von Ballack und Co, freute sich Wilhelm Dieter Spitz über die Euphorie im eigenen Land und die Erfolge der Nationalmannschaft. „Selbst die gestriegelten Blauhemden aus der Bank liefen zumindest mit einem Deutschland-Pin am Kragen rum. Das fand ich klasse.“ Überhaupt sei Patriotismus doch nichts Schlimmes, betont er. „Ist doch keine Schande. Wir sind halt Deutsche und es ist toll, wenn statt immer nur der roten Ferrariflagge zur Abwechslung mal schwarz-rot-gold geschwenkt wird.“
Damit auch wirklich jeder Fan das passende „Winkelement“ bei Fahnen Richter fand, gab’s die Deutschlandflagge während der WM auch von der Rolle. „Viele Kneipenwirte kamen an und verlangten fünf Meter Deutschland zum dekorieren“, schmunzelt Spitz. Kein Problem für den Fachmann. Abmessen, abschneiden, Saum drum, fertig.
Am Anfang sind alle weiß
Um alle hochwertigeren Aufträge kümmerten sich die 15 Näherinnen oder aber die passenden Chemikalien. „Am Anfang sind alle Fahnen weiß. Erst durch Siebdruck erhalten sie ihr typisches Aussehen.“ Keine billige Angelegenheit, wie der Fachmann verrät: „Eine einzelne Flagge kann dann schon mal 800 bis 1000 Euro kosten.“ Allerdings hätten Auftraggeber wie die Stadt Köln oder Autobauer Hyundai, deren offizielle WM-Flaggen Fahnenrichter herstellte, größere Stückzahlen geordert „und das ist dann natürlich viel günstiger.“
Dieter Wilhelm Spitz freut sich schon jetzt auf die Europameisterschaft in der Schweiz und Österreich, wenn der ganze Spaß von vorne los geht und er glückselig seine italienische Flagge schwenken kann.
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