Seite 1 2 Patriotismus made in USA
In Anbetracht dessen stellt sich die Frage: Warum sind die Amerikaner so patriotisch?
Die Antwort darauf ist wohl die „amerikanische Ideologie“. Viele Amerikaner glauben immer noch an den Traum, „vom Tellerwäscher zum Millionär“ aufsteigen zu können. Dazu kommt „die Verehrung der Gründungsväter, Abraham Lincolns und der Verfassung“. „Aber auch Symbole und Rituale, nationale Denkmäler und die Verpflichtung auf die Nationalflagge fügen sich zu einem besonderen Gemisch aus Politik, Religion und Moralismus. Diese Integrationsideologie verklammert und überwölbt soziale Schichten und Klassen sowie Gruppen, die ansonsten nach unterschiedlichsten ethnischen, kulturellen und religiösen Merkmalen voneinander geschieden wären. Die ,amerikanische Ideologie‘ bildet somit ein Gegengewicht zur politischen Fragmentierung und gesellschaftlichen Segmentierung“, so Peter Lösche.
Der American way of life ist jedoch komplex. Man hört häufig vom „amerikanischen Credo“, das Prinzipien wie Freiheit, Gleichheit, Demokratie, Individualismus, Liberalismus, Eigenverantwortlichkeit und Misstrauen gegenüber staatlicher Autorität umfasst. Dieses Credo ist weit bis in den zwischenmenschlichen Umgang vorgedrungen – man sieht dies am zwanglosen Umgang zwischen den Menschen. (vgl. Jörg Nagler, Publikationen der Bundeszentrale für politische Bildung) Ein Gespräch beginnt eigentlich immer mit einem: „Hey, how are you?“. Nicht, dass das Gegenüber wirklich etwas darüber hören wollte, wenn es dem Anderen schlecht ginge. Jedoch spürt man daran den familiären Umgang der Menschen untereinander.
Der amerikanische Patriotismus ist gleichzusetzen mit einem ungebrochenem Nationalstolz. Für viele Bürger anderer Staaten ist das nicht ganz nachvollziehbar.
2004 ergab eine Umfrage zu diesem Thema, „dass 96 Prozent aller Befragten stolz bzw. sehr stolz darauf waren, Amerikaner zu sein“, berichtet Jörg Nagler. Vermutlich werden die Deutschen niemals so patriotisch sein wie die Amerikaner – Fußball-WM hin oder her.
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